Häusliche Gewalt - Auswirkungen

Jahrelange Gewalterfahrungen und Unterdrückung zerstören vielfach die Identität der betroffenen Geschädigten, was sich auf wichtige Lebensbereiche von Frauen und Kindern auswirkt.
Neben den körperlichen Verletzungen und Beschwerden sowie Folgeerscheinungen auf körperlicher und psychischer Ebene sind die Auswirkungen auf die Opfer wie folgt zu beschreiben:

 

  • Abbau von Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit bis hin zum Verlust der Selbstachtung
  • Verlust des Gefühls von Selbstbestimmung über das eigene Leben und den eigenen Körper
  • Gefühl von Ohnmacht und Isolation

Häusliche Gewalt kann schwerwiegende traumatische Folgen verursachen. Häufig finden Frauen Strategien, um mit den Schmerzen und den verletzten Gefühlen fertigzuwerden. Diese Frauen bringen oft sehr große Kraft auf, um zu überleben und ihren Alltag zu organisieren. Die Belastungen werden bei fortdauernder Gewalt aber immer größer, die Anspannungen und Ängste bestimmen das Leben und machen es oft unerträglich. Einige Frauen nehmen in diesen psychisch stark belastenden Situationen Psychopharmaka, manche versuchen auch, Angst und Spannung durch Alkohol oder Drogen abzubauen. Mit der Zeit kann das jedoch dazu führen, dass die Energie und Kraft abnehmen, die die Frau braucht, um das alltägliche Leben und jenes der Familie zu organisieren.


Um aus dem Kreislauf der Gewalt auszubrechen, ist verständnisvolle Hilfe von außen unbedingt notwendig.

Das Erleben direkter und indirekter Gewalt im nahen Umfeld hat immer Auswirkungen und Folgen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Gewalt erleben bedeutet für jeden Menschen einen schweren Eingriff in das Gefühl eigener Sicherheit und ist häufig mit massiven Folgen sowohl für die körperliche als auch psychische Gesundheit verbunden. Kinder und Jugendliche erleben die Gewalt als besonders bedrohlich und existenziell, da sie in ihrer Entwicklung auf Schutz und Geborgenheit durch Erwachsene angewiesen sind. Die Folgen sind umso gravierender, wenn die Gewalt von nahe stehenden Personen ausgeht. Diese Erfahrungen können schwere seelische Schäden und Krankheitsbilder hervorrufen (z.B. Posttraumatische Belastungsstörung, Persönlichkeitsstörungen).

 

Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder, die Gewalt erlebten, als Erwachsene ein erheblich größeres Risiko haben, wieder Opfer von Gewalt oder aber Täter zu werden. Hierbei war nicht ausschlaggebend, ob die Kinder selbst Opfer von Gewalt sind oder "nur" in einer von Gewalt zwischen den Partnern geprägten Familie leben.

 

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